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Bulle und Bär

Kommentar Aktualisierung

"Hilfe die Zinsen bei der Bank sind so niedrig" - das hört man ständig....

Das ist auch richtig - bei Festgeld, Sparbuch, Lebensversicherung und deutschen Bundesanleihen. Aber wenn man sich davon entfernt, dann sind die Zinsen ja fast schon hoch. Sechs, sieben und auch neun Prozent Endfälligkeitsrenditen kann man sich einkaufen - sowohl im Euro-Raum, als auch global. Das ist doch eigentlich gar nicht so schlecht.

Die Frage ist nur, warum die Zinsen so extrem unterschiedlich sind. 

Hier zwei Erklärungsversuche:

1. "Risiko-Anleihen" (also Unternehmensanleihen und Anleihen von Emerging Markets) bieten aktuell deshalb so hohe Renditen, weil die Anleihemärkte eine massive Rezession einpreisen.

2. "Risiko-Anleihen" bieten gar keine hohen Renditen - sondern die Renditen sind völlig normal. Was nicht normal ist, sind die Renditen von deutschen und amerikanischen Staatsanleihen, Sparbüchern, Festgeldern, Bausparern und Lebensversicherungen. Die Zinsen werden künstlich niedrig gehalten und folglich ist der Vergleich kein Vergleich von zwei Markt-Zinssätzen, sondern ein Vergleich von einem (staatlich, künstlich) administriertem Zinssatz mit einem Marktzinssatz.

In meinen Augen liegt die Wahrheit in der Mitte. Natürlich kommen die Zinsen für Bundesanleihen und amerikanischen Staatsanleihen nicht unter normalen Umständen zu Stande. In Amerika wird direkt durch die FED interveniert. In Europa beeinflusst die EZB die Zinssätze für die PIIGS-Länder durch den Ankauf von Staatsanleihen. Gleichzeitig führen die Fluchtbewegungen aus der PIIGS-Schiene, sowie die Ratingverschlechterungen vieler Länder und Unternehmen zu massiver Nachfrage nach BUNDS, die immer noch das beste Rating haben. 

Auf der anderen Seite ist eine Rezessionsgefahr auf globaler Ebene nicht von der Hand zu weisen. Folglich sind höhere Zinsaufschläge für "Risiko-Anleihen" die logische Konsequenz.

Die Hauptgefahr dürfte für die Anleger aber gar nicht so sehr in der Manipulation der Zinsmärkte oder der Rezessionsgefahr liegen. Gefährlich könnte es werden, wenn die Manipulation nicht mehr gelingt. Man stelle sich vor die BUNDS und T-BONDS und Bills würden "normal" gepreist werden - dann würden da vielleicht 3-5% stehen. Was würde dann mit den "attraktiven Spreads" passieren ? Sie würden drastisch fallen - und eben nicht mehr attraktiv sein. Oder sie würden gleich bleiben, was aber nur geht, wenn die Anleihen drastisch im Wert fallen.

Die Notenbanken haben die Büchse der Pandora geöffnet. Selbst wenn ein Exit aus den Maßnahmen gelingt, was ja laut Notenbanken ganz sicher ist - dann sind die nächsten Probleme (massive Verluste mit anderen Anleihen) bereits vorprogrammiert.

Deshalb sollte man als Anleihe-Halter diese Aktionen genau beobachten. Im Moment kann man hier wunderbar Geld verdienen - sogar mehr als einen Inflationsausgleich. Aber wehe die Maßnahmen enden - oder der Markt erzwingt eine Beendigung - dann drohen herbe Verluste.

Im Moment sieht es aber noch nicht so aus. Eher werden neue, "kreative" Maßnahmen ergriffen, als daß die Maßnahmen beendet werden. Die Zinsen dürfen und können nicht steigen. 

 

In diesem Sinne: Wachsam sein!